Geschichtliches

Niedersorbischer Name: Gory
Fläche: 662 Hektar


Guhrow, das kleinste Dorf im Amt Burg (Spreewald), feiert 2019 seinen 550. Geburtstag: „Auf das Jahr 1469 geht es zurück, dass unser zwischen Wiesen und Sumpf etwas erhöht gelegener kleiner Ort ‚Guhrow‘, im Wendischen ‚Gory‘, erstmals in einem Dokument benannt wurde“, schreibt Bürgermeisterin Kerstin Jaser in ihrem Grußwort zu der aus diesem Anlass erscheinenden Festschrift. Die Gemeinde am Rande des Biosphärenreservates Spreewaldes und in der Nähe zur Stadt Cottbus erfreut sich großer Beliebtheit - als Lebensmittelpunkt vieler alteingesessener Familien, Neu-Guhrower und Heimatrückkehrer.

Der Dorfkern mit dem typischen Anger prägt das Dorfbild. Behutsam wurden Lücken geschlossen und zwei kleine Wohngebiete erschlossen. Den typischen Dorfcharakter jedoch prägen die Menschen, die hier leben, arbeiten, ihre Freizeit verbringen und sich engagieren.

Für Familien stehen Kindereinrichtungen und Schulen in den Nachbarorten zur Verfügung. In dem einst landwirtschaftliche geprägten Dorf gibt es heute 48 Firmen, zumeist kleinere Handwerksbetriebe. Diese bieten Erwerbsmöglichkeit und tragen zur Versorgung in der Gemeinde bei.

Beim Blick in die Geschichte ist das um 1770 errichtete Herrenhaus zu erwähnen, in dem ab 1781 Heinrich von Kleist mit seinen Eltern und fünf Geschwistern lebte. Die alte Dorfschule, 1828 erbaut und bis 1974 als solche genutzt, dient den Vereinen als Freizeittreff. Kulturelles Zentrum des Dorfes ist der Sportplatz mit dem Dorfgemeinschaftshaus. Hier ist der älteste Verein der Gemeinde zu Hause, der Guhrower Sportverein 1912 e.V. Seit 1959 ist die Sektion Fußball die tragende Säule des Vereins, in dem auch Tischtennis und Volleyball gespielt und Gymnastik getrieben wird.

Groß ist das Engagement für die Pflege der wendischen Traditionen. Fast ein Viertel der Einwohner ist in der Domowina-Ortsgruppe aktiv, die unter Mitwirkung der Dorfgemeinschaft die meisten Feste im Dorf organisiert, die wendische Fastnacht ebenso wie Osterfeuer, Maibaumaufstellen, das Erntefest mit Hahnschlagen und das Lichterfest am ersten Advent.