Geschichte/historija


Niedersorbischer Name: Borkowy (Blota)
Fläche: 3.050 Hektar (ohne OT Müschen)

Eine Nachbildung des bronzenen Kultwägelchens ist Blickfang am Burger Schlossberg.

Im Herzen des Amtes liegt die Gemeinde Burg (Spreewald), die es in kurzer Zeit geschafft hat, sich als familienfreundlicher und beliebter Wohnort sowie als ein über die Grenzen des Landes hinaus bekannter Kurort einen Namen zu machen.

Die Begeisterung für den Spreewaldort Burg hält schon seit über hundert Jahren bei Touristen an. Er liegt im östlichen Teil des Oberspreewaldes inmitten einer der faszinierendsten Niederungslandschaften Europas, die 1990 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Wer Burg bereist, findet herrliche Streuobstwiesen, betagte Eichen, Erlen, Niederungswäldchen - durchzogen von Hunderten Spreeadern. Manche Landschafts- und Architekturschönheiten lassen sich allerdings nur mit dem legendären Spreewaldkahn oder dem Paddelboot entdecken.

Der älteste Teil Burgs ist die Ortslage Burg-Dorf, in einer Verkaufsurkunde vom 29. September 1315 als „Villa Bork“ bezeichnet. Funde auf dem Schlossberg (einem Rundwall), wie die Kultwägelchen mit Tierfiguren, deuten jedoch auf eine Besiedlung schon in der Jungstein- und Bronzezeit hin. Um 600 n. Chr. wurden hier die Wenden sesshaft, und um das Jahr 1000 ließ der polnische König Boleslaw die Burg bauen, wovon sich wahrscheinlich auch der Ortsname ableitet. Es handelte sich dabei um eine der größten Burganlagen nördlich der Mittelgebirge.

Burg-Kauper und -Kolonie sind auch heute noch ausgesprochene Streusiedlungen mit vereinzelt stehenden Höfen, teilweise mit traditionellen Blockbohlenhäusern wie das Annemarie-Schulz-Haus auf dem Schlossberghof..

Das Umland wurde im 18. Jahrhundert als „passabler Ort“ in die Besiedelungsstrategie der Preußenkönige einbezogen. Friedrich Wilhelm I. schickte mit Hilfe des königlichen Cottbuser Amtes seine ausgedienten Soldaten in den Burger „Pusch“. Bis 1725, dem Gründungsjahr von Burg-Kauper, sollen sich 136 Kauper angesiedelt haben. So nannte man jene Siedler, die sich im sumpfigen Land auf einer künstlichen, hochwasserfreien Anhöhe ihr Haus bauten und das Land urbar machten.

Friedrich II. setzte das Werk seines Vaters fort und ermöglichte über 100 zumeist ausländischen Siedlern durch die Vergabe von Land, den sogenannten Entreprisen, die Gründung von Burg-Kolonie im Jahre 1766. Auch die einst am Ortsausgang Richtung Cottbus gelegene „Weberfabrique“ (1748-1850) entsprach der königlichen Strategie, den Reichtum des Staates durch die Neuansiedlung von Untertanen zu erhöhen.

Erst 1960 wurde aus den drei Orten Burg-Dorf, -Kolonie und -Kauper eine Gemeinde - die mit 35 Quadratkilometern flächenmäßig größte Gemeinde der damaligen DDR.

Am 31. Dezember 2001 erhielt Burg (Spreewald) abermals Zuwachs: Die bis dato selbstständige Gemeinde Müschen wurde als Ortsteil eingegliedert.

Auf dem Weg zum "Bad Burg"

Der Burger Festplatz.

Die Lage in der Schutzzone des Biosphärenreservates setzt Prämissen an den Umgang mit der Natur und die Entwicklung des seit 7. Dezember 2005 staatlich anerkannten Kurortes Burg (Spreewald), in dem sich viel getan hat: Hotels, Gaststätten und Pensionen bieten kulturvolle, dabei spreewaldtypische Bleibe und Gastlichkeit. Entstanden sind infrastrukturelle und touristische Einrichtungen wie das Haus des Gastes, der neugestaltete Festplatz mit Bühne, die neue Feuerwehr, das Feuerwehrmuseum und das Haus der Begegnung (Foto r.). Der Spreehafen erhielt ein freundlicheres Ansehen, Kirche und Bismarckturm (Foto darunter) neue bzw. rekonstruierte Türme.

Zum Flanieren lädt der Kurpark ein. Gleich nebenan liegt das auf Herz-Kreislauf und Orthopädie spezialisierte Reha-Zentrum. Es bietet seinen Patienten beste medizinische Betreuung in angenehmer Atmosphäre.

Als Meilensteine auf dem Weg zum Kurort erwiesen sich die 1994 errichtete Reha-Klinik sowie die Spreewald Therme, die im Herbst 2005 eröffnet wurde. Die vorgefundene Solequelle ist 31 Grad Celsius warm und mit 24 Prozent äußerst reichhaltig mineralisiert. Neben dem Badebereich gibt es eine attraktive Saunalandschaft.

Von alters her lockt das wendische Brauchtum Besucher nach Burg (Spreewald). Diese kann man bei den traditionellen Festen und Bräuchen im Jahresreigen erleben. Höhepunkt ist das alljährlich Heimat- und Trachtenfest in der letzten Augustwoche.

Der Heimat- und Trachtenverein packt nach traditioneller Art einen Heuschober.
Die wendischen Bräuche, vom Zapust, der wendischen Fastnacht bis zum Kokot, dem Hahnrupfen, werden vor allem von den jungen Leuten gepflegt.