Geschichte/historija


Der wendische Dudelsackspieler ist eine Darstellung in der Freskenmalerei in der Kirche.

Briesen steuert auf ein großes Jubiläum zu: Im Jahr 2021 wird  der 675. Jahrestag der urkundlichen Ersterwähnung gefeiert.

Offiziell betritt Briesen 1346 als „Breßzine“ die Bühne der Geschichte. Doch tatsächlich haben Sorben-Wenden schon Jahrhunderte zuvor diese Siedlung gegründet. Zeugnis davon legt ein geschütztes Bodendenkmal knapp zwei Kilometer nördlich des heutigen Dorfes ab.

Etwas mehr als hundert Jahre nach der Ersterwähnung wird der Ort bereits unter seinem heutigen Namen geführt: Im Kanzleiregister des Markgrafen Friedrich II. von Brandenburg findet sich unter dem 20. Juli 1457 die Eintragung, dass „Christoff von Loeben zu Bryßen gesessen“.

Bis 1928 war Briesen in einen Gemeinde- und einen Gutsbezirk gegliedert. Somit wurde auch das gesellschaftliche und soziale Leben des Ortes maßgeblich von wechselnden Gutsherren bestimmt. 1783 übernahmen die Vorfahren des letzten Besitzers, Freiherr Baron von Wackerbarth, das Gut. Er selbst verließ Briesen 1945 infolge der Kriegsereignisse. Mit der Bodenreform wurden die Ländereien des Gutes an Flüchtlinge und landarme Bauern verteilt.

Um 1805 stand das Dorf unter brandenburgischer und sächsischer Verwaltung. Bis ungefähr 1809 wurden die Einwohner nur nach ihrem Besitz erfasst. 1885 vernichtete eine schreckliche Feuersbrunst 35 Häuser. Eine allgemeine Einwohnerstatistik gibt es seit ca. 1818. Die Einwohnerzahl bewegte sich stets zwischen 460 und 540. Nur im Jahre 1945 waren es 1075, was sich aber in den Folgejahren wieder normalisierte. 1850 sprachen von 509 Einwohnern 427 sorbisch-wendisch.

Blick vom Feuerwehrgerätehaus zur Mehrzweckhalle.

Wann die Christianisierung der wendischen Bevölkerung begann, kann man nicht mehr feststellen. Doch es gilt als sicher, dass es eine Kirche bereits 1346 im Dorf gab. 1540 sind die Christen zum evangelischen Glauben konvertiert.

Die wertvollen Wandmalereien in der um 1486 geweihten Kirche sind das bekannteste Kleinod des Dorfes und eine kunsthistorische Perle. Vermutlich im 16. Jahrhundert wurden die Wandmalereien übertüncht und durch darauf folgende Umbauten teilweise zerstört. Im Zuge der Innenraumsanierung ab 1954 wurden die Wandmalereien freigelegt. In den zurückliegenden Jahren wurden wichtige Maßnahmen zur Erhaltung der Kunstschätze in der Kirche durchgeführt.

Die Kirche hat ihren Stempel auch dem bis ins 17. Jahrhundert zurückreichenden Schulwesen der Gemeinde aufgedrückt. Erst im Jahre 1929 wurden Kirchen- und Schulamt getrennt. Das staatliche Schulgebäude errichtete man 1911.

Weitere Schulbauten folgten 1954 und 1980. Während letzteres in den 90er Jahren abgerissen wurde, befindet sich in dem 1954 nach den Plänen von Prof. Wilhelm Flemming (1910 -1994) errichteten Schulgebäude heute eine Grundschule, die den Namen des wendischen Dichters Mato Kosyk trägt. Das unter Denkmalschutz stehende Haus erhielt in den Jahren 2019/20 einen Erweiterungsbau.

Nebenan finden wir Sportplatz, Schützenhaus, Feuerwehrgerätehaus und eine moderne Mehrzweckhalle.

Schon seit über 100 Jahren lädt die SG „Frisch auf“ Briesen zum Sporttreiben ein, heute in den Abteilungen Fußball, Volleyball, Billard, Tischtennis und Frauengymnastik. Neu ansässig im Ort ist der Verein „Briesener Bogenschützen e.V.“.

Die Freiwillige Feuerwehr organisiert Veranstaltungen wie das Lichterfest im Advent, das Maibaumaufstellen und das Kinderfest, außerdem betreibt sie Nachwuchsarbeit mit der Kinder- und Jugendwehr. Die Domowina-Ortsgruppe und die Jugendgruppierung engagieren sich für die Pflege des sorbischen/wendischen Brauchtums.

Die jüngsten Briesener besuchen die Kita "Vier Jahreszeiten" im benachbarten Dissen-Striesow.

Ein Radweg, an dem auch die Gaststätte „Spreewaldbahnhof“ liegt, (ver)führt Touristen zu einem Besuch in Briesen.