Das Amt


Am 16. Juli 2017 feierte das Amt Burg (Spreewald) seinen 25. Geburtstag.

Fünf Wochen zu Beginn des Jahres 1992 bringen Bewegung in jahrhundertealte kommunale Strukturen: Zwischen dem 30. Januar und dem 3. März beschließen die Gemeindevertretungen von Briesen, Burg (Spreewald), Dissen, Fehrow, Guhrow, Müschen, Schmogrow, Striesow und Werben nach teilweise schwierigen Vorgesprächen, ihre Gemeinden in einem Amt zusammenzuschließen.

Grundlage für diese bis dato in Ostdeutschland unbekannte Körperschaft ist die „Amtsordnung für das Land Brandenburg“ von 1991. Danach sollen mindestens fünf Gemeinden unter Beibehaltung ihrer politischen Eigenständigkeit ein Amt mit wenigstens 5.000 Einwohnern bilden. Hintergrund ist die relativ dünne Besiedlung des Flächenlandes Brandenburg. Mit neun Gemeinden und rund 7.900 Einwohnern übertrifft das geplante Amt die Vorgaben.

Ende März 1992 stimmt der Kreistag Cottbus-Land der Bildung des Amtes Burg (Spreewald) mit Sitz in der gleichnamigen Gemeinde zu. Den Gründungstag legt Innenminister Alwin Ziel fest: Es ist der 16. Juli 1992. Zwölf Tage später wählt der Amtsausschuss den nordrhein-westfälischen Verwaltungsfachmann Heinz Frackmann zum Amtsdirektor. Ihm obliegt es, in der schwierigen Anfangsphase weit reichende Entscheidungen zu treffen und eine funktionierende Behörde aufzubauen.
Die Amtsverwaltung ist noch auf mehrere Gemeinden verteilt. Schon bald zeigt sich, dass dies – bei allem Willen zu mehr Bürgernähe – wenig effizient ist; der Ruf nach einem zentralen Verwaltungssitz wird laut. Weil kein ausreichend großes Gebäude gefunden wird, entscheidet sich der Amtsausschuss für einen Neubau. So entsteht bis Mitte 1997 auf dem Burger Dorfanger unter Einbeziehung eines alten Ziegelbaus ein modernes Verwaltungsgebäude (Foto rechts).

Mit der vom Land auf den Weg gebrachten Gemeindegebietsreform heißt es bald für die drei Dörfer des Amtes mit weniger als 500 Einwohnern, sich einen Partner zu suchen. Gemäß den Leitlinien des Landes dürfen sie nicht mehr selbstständig weiterbestehen. Das Jahr 2001 nutzen Fehrow und Striesow, die Bedingungen für Zusammenschlüsse mit den größeren Nachbargemeinden auszuhandeln, während sich Müschen für eine Eingliederung in die Gemeinde Burg (Spreewald) entscheidet.

Mit dem Neujahrstag 2002 reduziert sich schließlich die Anzahl der amtsangehörigen Gemeinden von neun auf sechs: Briesen, Burg (Spreewald), Dissen-Striesow, Guhrow, Schmogrow-Fehrow und Werben.

25 Jahre Amt Burg (Spreewald) - das sind auch 25 Jahre gemeinsame Verwaltung, 25 Jahre Erkennen von Gemeinsamkeiten und Tolerieren von Unterschieden, 25 Jahre Ringen um die Selbstständigkeit - den Erhalt der politischen und wirtschaftlichen Gestaltungsräume unserer Gemeinden.

 

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