Das Amt


Aus neun mach sechs - Die noch junge Geschichte des Amtes

Fünf Wochen zu Beginn des Jahres 1992 bringen Bewegung in jahrhundertealte kommunale Strukturen: Zwischen dem 30. Januar und dem 3. März beschließen die Gemeindevertretungen von Briesen, Burg (Spreewald), Dissen, Fehrow, Guhrow, Müschen, Schmogrow, Striesow und Werben nach teilweise schwierigen Vorgesprächen, ihre Gemeinden in einem Amt zusammenzuschließen.

Grundlage für diese bis dato in Ostdeutschland unbekannte Körperschaft ist die  „Amtsordnung für das Land Brandenburg“ von 1991. Danach sollen mindestens fünf Gemeinden unter Beibehaltung ihrer politischen Eigenständigkeit ein Amt mit wenigstens 5.000 Einwohnern bilden. Hintergrund ist die relativ dünne Besiedlung des Flächenlandes Brandenburg. Mit neun Gemeinden und rund 7.900 Einwohnern übertrifft das geplante Amt die Vorgaben.

Ende März 1992 stimmt der Kreistag Cottbus-Land der Bildung des Amtes Burg (Spreewald) mit Sitz in der gleichnamigen Gemeinde zu. Den Gründungstag legt Innenminister Alwin Ziel fest: Es ist der 16. Juli 1992. Zwölf Tage später wählt der Amtsausschuss den nordrhein-westfälischen Verwaltungsfachmann Heinz Frackmann zum Amtsdirektor. Ihm obliegt es, in der schwierigen Anfangsphase weit reichende Entscheidungen zu treffen und eine funktionierende Behörde aufzubauen.
Die Amtsverwaltung ist noch auf mehrere Gemeinden verteilt. Schon bald zeigt sich, dass dies – bei allem Willen zu mehr Bürgernähe – wenig effizient ist; der Ruf nach einem zentralen Verwaltungssitz wird laut. Weil kein ausreichend großes Gebäude gefunden wird, entscheidet sich der Amtsausschuss für einen Neubau. So entsteht bis Mitte 1997 auf dem Burger Dorfanger unter Einbeziehung eines alten Ziegelbaus ein modernes Verwaltungsgebäude (Foto rechts).

Im Jahr 2000 läuft die achtjährige Amtszeit des ersten Amtsdirektors ab. Die Stelle wird ausgeschrieben. Am 26. Juni 2000 wählt der Amtsausschuss Hans-Joachim Gahler zum Nachfolger. Auch er bringt langjährige Erfahrungen in der Kommunalverwaltung mit. Erfahrungen, die ihm zugute kommen bei der Umsetzung der vom Land auf den Weg gebrachten Gemeindegebietsreform - der bislang tiefsten Zäsur in der Amtsgeschichte.

Für die drei Dörfer des Amtes mit weniger als 500 Einwohnern heißt es, sich einen Partner zu suchen, da sie gemäß den Leitlinien des Landes nicht mehr selbstständig weiterbestehen dürfen. Das Jahr 2001 nutzen Fehrow und Striesow, die Bedingungen für Zusammenschlüsse mit den größeren Nachbargemeinden auszuhandeln, während sich Müschen für eine Eingliederung in die Gemeinde Burg (Spreewald) entscheidet.

Mit dem Neujahrstag 2002 reduziert sich schließlich die Anzahl der amtsangehörigen Gemeinden von neun auf sechs: Briesen, Burg (Spreewald), Dissen-Striesow, Guhrow, Schmogrow-Fehrow und Werben.

Einen tiefen Einschnitt bringt der Tod von Amtsdirektor Hans-Joachim Gahler mit sich. Er stirbt plötzlich und unerwartet am 4. Dezember 2006 im Alter von 53 Jahren in seinem Heimatort Peitz. Am 23. April 2007 wird der bisherige stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Burg (Spreewald), Ulrich Noack, zum neuen Amtsdirektor gewählt. Er nimmt seinen Dienst am 1. Juni 2007 auf.
Nach seiner Abwahl durch den Amtsausschuss im Mai 2013 übernimmt Kämmerin Petra Krautz amtierend die Amtsgeschäfte. Im November erfolgt die Neuwahl durch das Gremium, bei der Petra Krautz zur neuen Amtsdirektorin gewählt wird. Sie nimmt die Dienstgeschäfte am 2. Januar 2014 auf.

 

Zum Atlas Landkreis Spree-Neiße