Fontane - Sehen, Hören, staunen.


Der Höhepunkt des Fontane-Jahres in Burg im Spreewald

Fontane-Figur von Jim Avignon für Burg (Spreewald) © Jim Avignon

Der Burger Höhepunkt im Jubiläumsjahr "Fontane.200" rückt immer näher. Aus den eingereichten Objekten aus der Fontane-Zeit entwickelt der international bekannte Maler Jim Avignon das Motiv für ein ganz besonderes FontaneZeit-Bild: ein großformatiges Triptychon, welches bei der Veranstaltung "Fließendes Atelier" am Samstag, dem 7. September, präsentiert wird.

Das letzte Bildelement malt er direkt während einer Kahnfahrt und fügt es vor Ort in das Gesamtkunstwerk ein.

Am Veranstaltungstag startet diese Kahnfahrt um 17 Uhr am Bootshaus Rehnus in der Waldschlößchenstraße und endet am Waldhotel.

Dort erwartet alle Teilnehmer ein außergewöhnlicher Abend voller Kunst, Genuss und FontaneZeitEntdeckungen! So wird die Berliner Kunsthistorikerin Dr. Heide Rezepa-Zabel, auch bekannt als Expertin aus der ZDF-Sendereihe "Bares für Rares", fontanezeitliche Fundstücke geschichtlich einordnen. Eine Bildgeschichte zum Hören von Uwe Leo über Fontane rundet das kulturelle Erlebnis im Waldhotel Eiche ab. Karten sind für 65 Euro inklusive Kahnfahrt im Haus des Gastes erhältlich. Das Programm ist auch ohne Kahnfahrt für 49 Euro buchbar. Der Treff ist dann um 19 Uhr am Waldhotel Eiche.


"Das stelle ich mir einfach grandios vor!" - Interview mit Jim Avignon über das "Fließende Atelier"

Jim Avignon. (Foto: Anja Tachler)

Der „schnellste Maler“ der Welt trifft auf Entschleunigung. Am Samstag, dem 7. September, wird der bekannte deutsche Pop-Art-Künstler Jim Avignon im Kurort Burg (Spreewald) in einem „Fließenden Atelier“, auf einem Spreewaldkahn, malen. Wir fragten nach.

Der Maler und Konzeptkünstler „Jim Avignon“ ist eine Kunstfigur. Verraten Sie uns trotzdem ein bisschen aus Ihrem Leben? Wo und wie leben Sie?

Seit den 80ern lebe ich in Berlin und fühle mich dort auch immer noch wohl. Ich wohne mit meiner Familie und zwei Katzen zusammen in Kreuzberg, habe dort aber kein Atelier mehr und male stattdessen zuhause im Wohnzimmer mitten im Leben - mir gefällt das besser so. Zwischendrin war ich einige Jahre in New York.

Sie haben mit vielen ungewöhnlichen Projekten auf sich aufmerksam gemacht. Wie reihen sich die „FontaneZeitEntdeckungen“ hier ein?

Ich habe vor ein paar Jahren eine umfangreiche Ausstellung zum Werk „Guy de Maupassant“ konzipiert. Es hat mir sehr gut gefallen in eine andere Zeit einzutauchen und im Internet interessante Details über die damalige Zeit und das Leben darin herauszubekommen und in meine Bilder einfließen zu lassen - ich kam mir beinahe wie ein Detektiv vor, der einem Phantom nachspioniert. Ich stelle mir das bei Fontane so ähnlich vor.

Welche Beziehung haben Sie zum Werk Fontanes?

Ich habe außer in der Schule noch nichts gelesen, aber das muss kein Nachteil sein. Ich möchte möglichst unbefangen an die Arbeit gehen und werde mich in den nächsten Wochen vorbereiten, aber dabei die unterschiedlichsten Spuren verfolgen, ahnlich bei einem Puzzle, bei dem sich die unterschiedlichen Teile allmählich zu einem Gesamtbild fügen. Ich habe allerdings Unterstützung in der Familie: Meine Mutter war Deutschlehrerin und ist bis heute ein großer Fontane-Fan.

In Burg werden Sie unter anderem auf einem Spreewaldkahn arbeiten. Wie bereiten Sie sich auf dieses außergewöhnliche „Atelier“ vor, und ist es Ihr erster Besuch im Spreewald?

Ich male regelmäßig auch an ungewöhnlichen Orten, im Zug, und habe auch schon einen fahrenden Trabbi während der Fahrt bemalt. ungewöhnliche Projekte reizen mich einfach und malend auf einem Kahn - das stelle ich mir einfach grandios vor.

Ich war schon viele Male im Spreewald, ist ja nicht weit von Berlin - ich liebe diese ganz besondere Landschaft vor den Toren der Hauptstadt.

Vielen Dank für das Interview.