
Ruben. „Schulze Worreschke und andere Rubener“ – so heißt das kürzlich im dr. edeltraud radochla verlag erschienene Buch von Rolf Friedrich Radochla über die Geschichte des kleinen Dörfchens Ruben - jetzt Gemeindeteil von Werben - im Amt Burg (Spreewald). In fünfzehn Episoden aus verschiedenen Zeitepochen erzählt der Autor vom Alltag der Menschen im Dorf, wie er einst gewesen sein könnte, wenn man den trockenen Archivmaterialien mit etwas Fantasie Leben einhaucht. Und wenn es so nicht gewesen sein sollte, hätte es aber so gewesen sein können, lautet das Motto des Autors.
Sie sind weder Fürsten noch Barone, nicht Künstler noch Politiker. Die Helden dieses Buches sind Hüfner und Kossäten, Dorfschulzen, Nachtwächter, Pfarrer, Lehrer, manchmal auch deren couragierte Frauen. Das Alltagsleben der dörflichen Bevölkerung in der Niederlausitz in den vergangenen Jahrhunderten ist in keinem Tagebuch, keiner Biografie festgehalten worden. Häufig waren die handelnden Personen kaum oder gerade so des Lesens und Schreibens kundig. Quellen sind meist Akten der „Obrigkeit“, in denen mitunter „Vorkommnisse“ festgehalten wurden, die oft genug von Konflikten mit derselben zeugen.
Taufbücher, Kauf- oder Erbverträge, Lehensbriefe und später einzelne Notizen der entstehenden Presse lassen erahnen, was den Menschen damals wichtig war, was sie umtrieb oder ärgerte. Witz und Bauernschläue finden sich darin ebenso wie die Verbindung zur großen Welt ringsherum. Hin- und hergerissen zwischen Böhmen, Sachsen und Preußen entstand doch über die Jahrhunderte Niederlausitzer Urgestein.
Und so ist das 208 Seiten starke Bändchen eben nicht nur ein Buch über ein Dorf und seine Geschichte. Es sind Niederlausitzer Land- und Leutegeschichten vom Rande des Spreewalds, die für unseren Einblick in die Geschichte der Region ein weiteres Fenster öffnen. Das Buch ist im Handel unter der ISBN 978-3-938555-04-1 zum Preis von 16,95 Euro erhältlich.
Dr. Edeltraud Radochla
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