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Werben (cn). Werben ist um eine Attraktion reicher: Mit einem symbolischen Richtfest an der Hornoer Scheune hat der Landtechnische Heimatverein Spreewald/Werben e. V. am 30. April 2005 einen weiteren Teil seines Museums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Im Mai 2004 hatte die Mannschaft um Johannes Schilka die 50 Jahre alte Scheune der Familie Salan in Horno erworben. Es handelte sich um die besterhaltene und größte Scheune im Ort: 29 Meter lang, 12 Meter breit, drei Tennen. Um sie vor der Abbaggerung zu bewahren, trugen die Vereinsmitglieder sie mit Unterstützung von Vattenfall und der Zimmerei Trölenberg ab, nummerierten alle Teile durch und errichteten sie in Werben wieder. Bereits im Dezember 2004 wurde das eigentliche Richtfest gefeiert. Die Dacheindeckung übernahm die Firma Jens Quitz aus Müschen. Kein Hornoer Original ist die Figur auf dem Dach: ein Landwirt, der hinter dem von seinem Pferd gezogenen Pflug geht. „Sie symbolisiert die Bindung an die Scholle“, erklärt Johannes Schilka. „Ohne Scholle keine volle Scheune.“
Landleben ist noch nicht vergangen
„Die Scheune ist Mahnmal und Hoffnungszeichen, kündet von Lausitzer Bauernfleiß und eingefahrenem Erntegut, von Stolz und Mut“, so Schilka in seiner Ansprache. „Wir wollen der Jugend Hoffnung geben auf ein noch nicht vergangenes Landleben.“ Anschließend versenkte er mit 21 Hammerschlägen den symbolischen letzten Nagel im Gebälk eines kleinen Anbaus, in dem Hühner und Tauben ein Domizil finden sollen.
Neben der imposanten Scheune hat der Verein weitere Schätze in Horno geborgen: Pflüge und Eggen, eine Schrotmühle und eine Dreschmaschine dürften nicht nur Landwirten das Herz höher schlagen lassen. Ein Glanzstück ist vor allem die Dreschmaschine der Firma Raussendorf aus Singwitz/Oberlausitz. Es handelt sich um die letzte Vorkriegsausführung aus der 1930er-Jahren. Wie so ein Ungetüm funktioniert, konnten die Besucher am 30. April erleben. Angetrieben wurde die Maschine mittels Treibriemen von einem laut tuckernden Lanz Bulldog, Baujahr 1935. Eigentümer des Traktors ist (und bleibt, wie betont wird) Dieter Kopf, ebenfalls ein ehemaliger Hornoer, der jetzt in Peitz wohnt. Von ihm stammen viele der Ausstellungsstücke des Museums.
Verein will Wehmut wecken
Zehn Mitglieder zählt der Landtechnische Heimatverein Spreewald/Werben e. V. Eines seiner Ziele ist es, das ehemalige Gewerbegebiet einschließlich Bahnhof aufzuwerten. Der Verein besteht aus drei Interessensparten: Oldtimer, Landtechnik und LKW/Transporter. Vorsitzender Johannes Schilka zu geplanten Aktionen: „Wir wollen ein historisches Erntefest veranstalten, wo Technik von der Sense bis zum Mähdrescher zum Einsatz kommen soll. Auch eine historische Kartoffelernte, vielleicht in Verbindung mit dem Hahnrupfen der Jugend, könnte ein Höhepunkt im Jahr werden.“ Zum Museum gehört auch ein eigener Acker.
An Technik mangelt es nicht: Mehrere Traktoren stehen auf dem Gelände, darunter der sowjetische Großtraktor Kirowez 700. Häcksler finden sich und Mähdrescher aus dem DDR-Kombinat „Fortschritt“. „Wir wollen ein bisschen Wehmut wecken“, so Schilka, der Schulklassen und Touristen, die einmal in die gute, alte Zeit abtauchen wollen, als Besucher im Blick hat.
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