Geschichtliches

Niedersorbischer Name: Wjerbno
Fläche: 2.494 Hektar

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Welche Bedeutung die Spreewaldbauern dem Gemüseanbau beimessen, zeigt sich an der Kirche von Werben: Deren Decke ist reich mit aufgemalten Feldfrüchten verziert. Besser könnten die Gläubigen wohl kaum ausdrücken, wie sehr sie ihr Schaffen unter den Schutz des Himmels stellen. Die erste Kirche soll bereits zwischen 1100 und 1150 errichtet worden sein. Heute ist der 42 Meter hohe, vermutlich zwischen 1308 und 1330 gebaute Turm (Foto r.) der teilweise in wendischer Backsteingotik ausgeführten Bauernkirche das Wahrzeichen Werbens.

Das einstige Angerdorf, dessen wendischer Name an wjerba (Weide) erinnert, wurde erstmals 1346 in einer Matrikel des Bistums Meißen erwähnt. Wahrscheinlich entstand das Dorf aber bereits um 1100. Früher gehörte Werben zur Cottbuser Herrschaft und galt in der Niederlausitz als bedeutendes Kirchendorf und Sitz einflussreicher Adelsfamilien. Besonders erwähnenswert ist Christiane Charlotte Gottliebe von Schönfeldt (1741-1772): Sie heiratete Carl Alexander von Bismarck und war die Großmutter des Reichskanzlers Otto von Bismarck.

Der 1853 in Werben geborene wendische Dichter Mato Kosyk (Matthes Kossick) gilt als Klassiker der niedersorbischen Literatur. Sein episches Hauptwerk „Wendische Hochzeit“ ist Zeugnis einstiger Lebensweise der Spreewälder, insbesondere seiner Werbener Mitbürger. Er hinterließ, als er 1940 in Amerika starb, über 200 Gedichte. Im Jahr 2003 errichtete die Gemeinde ihm zu Ehren einen neuen Gedenkstein (Foto l.). Kosyks Biografie
Werben wurde 1435 gewissermaßen in zwei Teile geteilt: Ein kleines Ende, das Kockelende (vom wendischen kokula, Haken), benannt nach der hakenförmigen Straße von der Kirche bis zur heutigen Schmogrower Straße. Auch der „Kokel-Krug“ (heute Gasthaus Pank) weist darauf hin. Das große Ende führte von der Kirche Richtung Brahmow (heute Bauernende).

In Werben gibt es eine Kindertagesstätte, außerdem die Grundschule Burg/Werben. Das Umland bietet viele Möglichkeiten zu aktiver Erholung. So führt ein ausgewiesener Wanderweg zur zwei Kilometer entfernten Zoßna: ein Laubwald mit uralten Eichen, Hainbuchen und bezaubernder Bodenflora.

Zu Werben gehört neben dem Gemeindeteil Brahmow (Foto r. eine dörfliche Idylle) auch der Gemeindeteil Ruben (Foto u.), wendisch Rubyn, was wohl vom altsorbischen rubati (hauen, fällen) kommt und auf die Entstehung des Ortes durch Waldrodung hinweist. In einer Urkunde des Klosters Neuzelle findet sich der Name des Ritters Jacobus de Rubyn, der 1317 als Zeuge der Grenzfestlegung zwischen dem Kloster und der Burg Schidlo auftrat. Reste eines slawischen Burgwalls deuten aber auf eine noch frühere Besiedlung hin.  

1449 wird Hanns Lauwald vom Markgrafen Friedrich mit Brahmow und Bilotz Hof in „Rubbin“ belehnt. Mit den übrigen Höfen belehnt Friedrich den Niklaws Wydow. Seither hatte Ruben viele Herren. Ein eigenständiges Gut konnte sich nicht etablieren.

Das erste Schulhaus entstand 1826 und löste den wechselnd in einer Scheune oder Wohnstube durchgeführten Kinderunterricht ab. Hundert Jahre später wurde ein neues Schulhaus errichtet. Heute hat es sich unter der Regie der örtlichen Domowina-Gruppe als Kulturzentrum etabliert.