



Vom wendischen Begriff „smogor“ für Torf rührt der Name Schmogrow her. Die Schreibweise des Ortes änderte sich im Laufe der Jahrhunderte mehrmals: 1400 schrieb man Smogro, später Schmogero und Smogorow, ab 1652 Smogrow. Von 1574 bis 1832 gehörte der Ort gesetzlich und fiskalisch zum Amt Peitz, danach bis 1874 zum Amt Cottbus. Auch die Kreiszugehörigkeit wechselte oft zwischen den Kreisen Calau, Cottbus und Lübben. Eingepfarrt ist Schmogrow – wie auch Fehrow – nach Briesen. Seit 1955 finden kirchliche Veranstaltungen im Gemeindehaus statt.
Im Zuge der Siedlungspolitik Friedrichs des Großen entstand 1753 der Ort Saccasne. Bis 1938 war er eigenständig, wurde dann nach Schmogrow eingemeindet und kurz darauf wieder „entlassen“. Später wurde er erneut Teil von Schmogrow, was er bis heute geblieben ist.
Durch die wirtschaftliche Not in den Jahren 1853 bis 1887 wanderten viele Einwohner nach Australien, Kanada und den USA aus. Hochwasser und Trockenperioden verursachten Ernteschäden, die besonders den landwirtschaftlich geprägten Spreewald betrafen. Erst durch Meliorationsmaßnahmen und den Bau des Nordumfluters von 1972 bis 1980 entspannte sich die Lage.
Die Schmogrower Mühle (Foto oben), eine ehemalige Wasser-, Mahl- und Schneidemühle mit Gaststätte, ist mit der überdachten Galerie des Wirtschaftsgebäudes ein schönes Beispiel ländlicher Baukunst vergangener Zeit. Ab 1885 bauten die Schmogrower Ziegelhäuser. Die vorher üblichen Häuser in der traditionellen Holzkunstblockbauweise mit Reetdach sind noch in Saccasne zu sehen.
1899 wurde der Haltepunkt der Spreewaldbahn eröffnet (links ein Modell). Bis zur Einstellung des Betriebes in der Nacht vom 3. zum 4. Januar 1970 wurde die "Bimmelguste" von Bewohnern und Gästen gleichermaßen gern genutzt.
Zum kulturellen Leben des Ortes trägt der 1902 gegründete Männerchor „Liederkranz“ ebenso bei wie die Trachtengruppe des Traditionsvereins, die in ihren wendischen Trachten mit den farbenfrohen Röcken und Tüchern sogar schon unter der Sonne Ägyptens aufgetreten ist. Überhaupt kommen die sorbischen/wendischen Traditionen - wie das Zampern (Foto u.l.) - in der Gemeinde nicht zu kurz. Außerdem kann in Schmogrow eine private Gartenschau im „Garten der tausend Pflanzen und Frösche“ besichtigt werden.
Zum 31. Dezember 2001 hat sich Schmogrow mit dem Nachbarort Fehrow zur neuen Gemeinde Schmogrow-Fehrow (Foto u.r.) zusammengeschlossen.
Der Ortsteil Schmogrow ist übrigens mit einer eigenen Homepage im Internet präsent: www.schmogrow.de
"Ein vorzeigbares Stück Arbeit"
Brandenburgs Verkehrsminister Frank Szymanski (l.) und Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese (r.) haben am 26. Mai 2004 nach 13-monatiger Bauzeit die sanierte, 1,56 Kilometer lange Ortsdurchfahrt Schmogrow freigegeben.
Für den Minister ist die Ortsdurchfahrt die Visitenkarte eines Dorfes: „Alles, was sich daran anschließt, wird schmucker.“ Mit der sanierten Straße erhöhe sich die Lebensqualität der Schmogrower, der Verkehr laufe ruhiger und sicherer. Nicht zuletzt ergäben sich touristische Effekte.
Auftraggeber für Fahrbahn und Regenentwässerung war das Brandenburgische Straßenbauamt (BSBA), für den Gehweg das Amt Burg (Spreewald). Die LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG ließ die Abwasserleitung errichten. Insgesamt wurden 1,42 Millionen Euro investiert. „Es war ein schönes Stück Arbeit“, blickte Ludwig Herrn vom BSBA zurück, „und es ist ein vorzeigbares Stück Arbeit.“
(Fotos: C. Neumann)
|