Geschichtliches Fehrow

Niedersorbischer Name: Prjawoz
Fläche: 1.952 Hektar

geschicht.fehrow.jpg
geschichtl.fehrow1.jpg
geschichtl.fehrow2.jpg

Fehrows Wurzeln reichen weit in die Jahrhunderte zurück, in jene Zeit, als es hier noch keine Brücken gab. Diesem Umstand verdankt der 1362 erstmals urkundlich erwähnte Ort in der Spreeniederung seinen Namen: Bauern mit Ochsengespannen zogen die Wagen der Kaufleute, die auf der von Böhmen nach Frankfurt/Oder führenden Salzstraße unterwegs waren, durch die Furten. Es verkehrte aber auch eine Fähre. Der alte Name „zu der Fehre“ oder wendisch „prjawoz“ belegt dies.

1719 existierten bereits 13 Brücken, und die Fuhrleute mussten im Zollhaus an der Malxe Straßen- und Brückenzoll entrichten. Mindestens zweimal jährlich wurde das Dorf von Hochwassern umschlossen. Fehrow hatte verschiedene Gutsherren und ein Freigut.

Mal gehörte der Ort zu Peitz, dann wieder zu Cottbus oder auch zu Frankfurt/Oder. Durch Kriege und Feuersbrünste wurde er oft zerstört, ebenso die Kirchen. Vier Gotteshäuser gab es seit 1503.

Die heutige Kirche wurde 1875 eingeweiht. Nach mehreren Blitzeinschlägen renovierten die Fehrower von 1974 bis 1985 den Innenraum und 2001 den Kirchturm. Kugel und Kreuz erhielten einen Goldüberzug. Das Dach wurde 2003 neu gedeckt. Die Kirchgemeinde ist dem Pfarrsprengel Briesen zugeordnet. In früherer Zeit wurden die Gottesdienste auch in wendischer Sprache abgehalten.

Die von 1846 bis 1879 zwischen Cottbus und Goyatz zum Transport von Handelsgütern verkehrende Pferdebahn hatte auch eine Station in Fehrow. An die spätere Spreewaldbahn war der Ort jedoch nicht angeschlossen.

In der 1937 eröffneten und bis Anfang der 80er Jahre unterhaltenen Schule befindet sich heute neben Gemeindezentrum und Jugendklub auch die Kindertagesstätte. In ihr werden Kinder aus Fehrow, Schmogrow und Saccasne betreut. Schon die Jüngsten werden mit den sorbischen/wendischen Bräuchen, Liedern und Tänzen vertraut gemacht (Foto links: Hahnrupfen in der Kita, 2003). Der ehemalige Schulacker wurde 1974 zum Sportplatz des SV Blau-Weiß Fehrow. Auf dem jährlichen Sport- und Dorffest treten nicht nur prominente Künstler auf, auch die Ortsansässigen stellen ihr künstlerisches Talent unter Beweis. Für Furore sorgen alljährlich im Herbst die Theaterfreunde Fehrow, die sich auf die Aufführung alter Schwänke spezialisiert haben.

Natürlich werden die Sitten und Bräuche der Sorben/Wenden, wie Fastnacht (Foto unten: Jugendfastnacht 2004), Osterfeuer, Hahnrupfen gepflegt. Zum Tanz geht’s in die seit 1860 als Familienunternehmen geführte Gaststätte „Lucas“. Hin und wieder schaut die Pojsynoga in Fehrow vorbei, mit der sich vor allem die älteren Einwohner in wendischer Sprache über Gott und die Welt und die gute alte Zeit unterhalten können.

1925 gründeten die Fehrower eine Freiwillige Feuerwehr. Mit der aus den Anfangsjahren stammenden und noch voll funktionsfähigen Handdruckspritze sorgen die Kameraden in der Region immer wieder für Aufsehen – sei es bei Umzügen oder bei Wettbewerben. Bei Einsätzen bevorzugen die Feuerwehrleute dann aber doch ihr modernes Tragkraftspritzenfahrzeug Baujahr 2003.

Eine große Rolle spielte für die Fehrower angesichts des hohen Waldbestandes schon immer die Forstwirtschaft. Deshalb darf ein Jagdverband nicht fehlen. Auch die Spreewaldfischer sind im Ort vertreten.

Zum 31. Dezember 2001 hat sich Fehrow mit dem Nachbarort Schmogrow zur neuen Gemeinde Schmogrow-Fehrow zusammengeschlossen.