Sprachenfreundlich

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Tauer (cn). Die Gemeinde Dissen-Striesow ist Siegerin im Wettbewerb „Sprachenfreundliche Kommune“ (Kategorie I – Kerngebiet) des Landtages Brandenburg. Am 26. November 2004 nahmen Bürgermeister Fred Kaiser (2.v.r.) und Babette Zenker (2.v.l.), Leiterin des Heimatmuseums Dissen, im Hotel „Christinenhof“ Tauer die Auszeichnung in Form einer Tafel und eine Geldprämie in Höhe von 1.000 Euro entgegen.

Dissen-Striesow verwies damit zwei weitere heiße Anwärter auf den Sieg – nämlich die Gemeinden Drachhausen und Jänschwalde aus dem Amt Peitz – auf die Plätze. Bürgermeister Fred Kaiser: „Ich sehe dies als Anerkennung all jener Dissener und Striesower Bürger, die im täglichen Leben noch die niedersorbische Sprache gebrauchen und sich für deren Erhalt einsetzen.“

Ähnlich argumentierte die fünfköpfige Jury aus Vertretern sorbischer/wendischer Organisationen, des Landtages und der Vattenfall Europe Mining AG. In der Begründung heißt es: „Dissen-Striesow ist stolz auf die eigene Substanz in sorbischer/wendischer Sprache und Kultur. Die Gemeinde nutzt, pflegt und fördert diese auf beispielhafte Weise. Sie setzt so die Tradition von Kito Pank und Bogumil Šwjela fort, die als Dissener Pfarrer in großem Maße zum Erhalt der sorbischen/wendischen Sprache beigetragen haben.“

Ob die Beschriftung der Ortstafeln für die Gemeindeteile, sorbische/wendische Grabinschriften, der Briefbeginn gemeindlicher Schreiben oder Heimatmuseum und Witaj-Gruppe in der Kita – das „positive Klima zum Gedeihen der sorbischen/wendischen Sprache und Kultur“ werde mit großem Selbstbewusstsein getragen.

In der Kategorie II (Randgebiet) hatte Drebkau die Nase vorn. Spremberg und der neue Forster Ortsteil Horno folgen auf den Plätzen 2 und 3. Einen Sonderpreis erhielt die Stadt Cottbus, der Welzower Ortsteil Proschim wurde mit einem Förderpreis geehrt. Die Auszeichnungen nahm Landtagsmitglied Werner-Siegwart Schippel (Foto ganz oben; links) in Vertretung des erkrankten Landtagspräsidenten vor. Insgesamt hatten sich 20 Städte, Gemeinden und Ortsteile an der im Frühjahr 2004 gestarteten Aktion beteiligt. Aus dem Amt Burg (Spreewald) nahmen noch Briesen, Schmogrow-Fehrow und Burg (Spreewald) teil.

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Der sorbische Liederpoet Bernd Pittkunings, selbst in Dissen beheimatet, sang bei der Eröffnung der Witaj-Gruppe in der Kita Striesow
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Auch das hat die Jury, der u. a. Harald Konzack vom Sorbenrat (Foto ganz o.; r.) angehörte, beeindruckt: sorbische/wendische Inschriften auf Grabsteinen
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"Vorort" heißt der bewohnte Gemeindeteil in Dissen, auf den diese Tafel hinweist
(Fotos: S. Marrack, C. Neumann)
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Vor allem die ältere Generation gebraucht im alltäglichen Leben noch die sorbische/wendische Sprache. Das Foto zeigt Ausstellungsbesucher im Heimatmuseum Dissen