Ortsteil Müschen


Niedersorbischer Name: Myšyn
Fläche: 465 Hektar

Für das Jahr 1412 erstmals schriftlich als „Mieschen“ nachgewiesen, ist die Bedeutung des Namens bis heute unbekannt. Bis 1945 wohnten hier zahlreiche adlige Besitzer- und Gutsherrenfamilien, die in königlichen Diensten standen. Eines der einflussreichsten Geschlechter war das derer von Pannwitz. Die Tochter von Otto Heinrich von Pannwitz, Erbherren auf Müschen, Babow und Gulben, Juliane Ulrike von Pannwitz, heiratete 1775 den Major Joachim Friedrich von Kleist auf Guhrow. Ein paar Jahre später brachte sie ihren Sohn Heinrich zur Welt, der als Dichter berühmt werden sollte.

1878 entdeckte Willibald von Schulenburg auf dem Muschink ein Gräberfeld mit Totenurnen. Zu den Grabbeigaben gehörten Gefäße mit verkohlten Samen von Erbsen und Saubohnen, womit nachgewiesen wurde, dass diese im Spreewald schon lange vor Christus bekannt waren und angebaut wurden. Die guten Bodenverhältnisse ermöglichen auch heute einen besonders ertragreichen und frühen Anbau von Salat, Möhren, Gurken und Kohl.

1850 errichtete der Müller Kerstan an der Kzschischoka eine Wassermühle. Seit 1890 ist sie im Besitz der Familie Paulick. 1904 wurde die Mühle als mehrstöckiger Steinbau neu aufgebaut und seit 1990 schrittweise modernisiert. Sie arbeitet noch heute rund um die Uhr mit Wasserkraft.

Müschen ist umgeben von einer herrlichen Park- und Wiesenlandschaft. Erlen-, Pappel- und Eichengruppen werden von fischreichen Wasserläufen durchzogen. Das Dorf selbst liegt auf einer Talsandinsel. Am 31. Dezember 2001 wurde der Ort in die Nachbargemeinde Burg (Spreewald) eingegliedert.