Geschichtliches


Niedersorbischer Name: Brjazyna
Fläche: 905 Hektar

Offiziell betritt Briesen 1346 als „Breßzine“ die Bühne der Geschichte. Doch tatsächlich haben Wenden schon Jahrhunderte zuvor diese Siedlung gegründet. Zeugnis davon legt ein geschütztes Bodendenkmal knapp zwei Kilometer nördlich des heutigen Dorfes ab.

Etwas mehr als hundert Jahre nach der Ersterwähnung wird der Ort bereits unter seinem heutigen Namen geführt: Im Kanzleiregister des Markgrafen Friedrich II. von Brandenburg findet sich unter dem 20. Juli 1457 die Eintragung, dass „Christoff von Loeben zu Bryßen gesessen“.

Bis 1928 war Briesen in einen Gemeinde- und einen Gutsbezirk gegliedert. Somit wurde auch das gesellschaftliche und soziale Leben des Ortes maßgeblich von wechselnden Gutsherren bestimmt. 1783 übernahmen die Vorfahren des letzten Besitzers, Freiherr Baron von Wackerbarth, das Gut. Er selbst verließ Briesen 1945 infolge der Kriegsereignisse. Mit der Bodenreform wurden die Ländereien des Gutes an Flüchtlinge und landarme Bauern verteilt.

Um 1805 stand das Dorf unter brandenburgischer und sächsischer Verwaltung. Bis ungefähr 1809 wurden die Einwohner nur nach ihrem Besitz erfasst. 1885 vernichtete eine schreckliche Feuersbrunst 35 Häuser. Eine allgemeine Einwohnerstatistik gibt es seit ca. 1818. Die Einwohnerzahl bewegte sich stets zwischen 460 und 540. Nur im Jahre 1945 waren es 1075, was sich aber in den Folgejahren wieder normalisierte. 1850 sprachen von 509 Einwohnern 427 wendisch.

Wann die Christianisierung der wendischen Bevölkerung begann, kann man nicht mehr feststellen. Doch es gilt als sicher, dass die Kirche bereits 1346 im Dorf war. 1540 sind die Christen zum evangelischen Glauben konvertiert.

Die Kirche hat ihren Stempel auch dem bis ins 17. Jahrhundert zurückreichenden Schulwesen der Gemeinde aufgedrückt. Erst im Jahre 1929 wurden Kirchen- und Schulamt getrennt. Das staatliche Schulgebäude errichtete man 1911. Weitere Schulbauten folgten 1954 und 1980. Heute gibt es in Briesen eine Grundschule, die den Namen des wendischen Dichters Mato Kosyk trägt.

1938 eröffnete man einen Erntekindergarten, der 1956 zu einer ganztägigen Einrichtung umgewandelt wurde. Seit 1994 besuchen die jüngsten Briesener die Kindereinrichtung in Dissen-Striesow.

Ein Radweg, an dem auch die Gaststätte „Spreewaldbahnhof“ (Foto l.) liegt, (ver)führt Touristen zu einem Besuch in Briesen.