Geheimnisse rund ums sorbische Osterei


Rund um das Osterfest sind in der Lausitz und im Spreewald viele Frühlingsbräuche bekannt, die auf den einst heidnischen Glauben der Sorben/Wenden zurückzuführen sind. Berühmt sind die reich und aufwändig verzierten sorbischen Ostereier.

Das Ei als Fruchtbarkeitssymbol ist im Frühjahrsbrauchtum fest verankert. Die Sorben/ Wenden nutzen vier Verzierungsarten: die Wachsreservetechnik, die Wachsbossiertechnik, die Kratztechnik und die Ätztechnik. Hinter den Ornamenten und Symbolen verbergen sich Botschaften und Wünsche, die mit dem Verschenken des Ostereis übermittelt werden. Dreiecke um Kreise, sogenannte Wolfszähne, symbolisieren zum Beispiel den Schutz vor dem Bösen und die Strahlenbündel und Sonnensymbole sind die Quelle des Lichts, das alles Leben entstehen lässt. Drei Dreiecke miteinander kombiniert stehen einmal als kirchliches Symbol für die Dreieinigkeit von Gottvater, Sohn und Heiligen Geist oder auch für die Einigkeit der Familie von Vater, Mutter und Kind. Auf den Eiern findet man auch Herzen, die natürlich auch im Sorbischen für die Liebe stehen.

Ostereierverzieren für Jedermann

Wer sich selbst einmal im Verzieren eines sorbischen Ostereis versuchen möchte, ist herzlich ins Heimatmuseum Dissen (Dissen-Striesow bei Cottbus) eingeladen. Entweder für sich selbst oder als kleines persönliches Geschenk kann jeder sein eigenes sorbisches Osterei in der sorbischen Wachsreservetechnik gestalten, bei der mit Nadel und Federkiel Wachstupfen auf das Ei getragen und dieses dann gefärbt wird.

Ohne Anmeldung ist dies an den Samstagen vor Ostern, am 25. März, 1., 8. und 15. April, von 14 bis 17 Uhr, möglich.

Eigene Eier (hart gekocht oder ausgepustet) sind bitte mitzubringen. Der Eintritt kostet 4 Euro, für Kinder 3 Euro.

Schauvorführungen „Malen Sorbischer Ostereier“

Zu Schauvorführungen „Malen Sorbischer Ostereier“ lädt die Heimatstube in Burg (Spreewald) wieder ein. Am 25. und 26. März sowie 8. und 9. April, von 12 bis 16 Uhr, und am 16. und17. April (Ostersonntag u. Ostermontag), von 13 bis 17 Uhr, können die Besucher erleben, wie Sorbische Ostereier in der Wachsreserve- und Bossiertechnik entstehen. Es werden auch Tipps und Tricks „verraten“.

Bis Ostern ist wieder das Waleien in der Heimatstube Burg möglich, ebenfalls ein alter wenidscher Brauch. Dabei werden gekochte und gefärbte Ostereier eine eigens angelegte abschüssige Bahn hinunter gekullert. Eier anderer, die dabei getroffen werden, gelten als „geschlagen“ und der Besitzer bekommt das Ei. Das Spiel mit den bunten Eiern bereitet nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsene Freude.

Noch bis zum 22. April ist die Sonderausstellung „Meine wendischen Wurzeln - Sorbische/wendische Auswanderer aus dem Kreis Cottbus“ zu sehen, eine Leihgabe des Wendischen Museums in Cottbus.

Geöffnet ist die Burger Heimatstube bis 13. April jeweils Donnerstag bis Sonntag 12 bis 16 Uhr, ab 14. April Mittwoch bis Sonntag 13 bis 17 Uhr.